Montag, 21. Juli 2008
As the fight goes on!
Dieses Naturgesetz ist unabdingbar und angeblich steht beim sechsten Gebot auf der Steintafel eine Fußnote, die im Notfall auch hier Absolution verspricht.
Da pies nicht gerade das El Dorado der Vitamine sind, gibt es auch grandiose Ideen, um ernährungs- bewußte Damen auf der Suche nach einem Seelenpartner davon zu überzeugen, dass Fleisch nur die Beilage ist.
A propos Werbung und groß:
Donnerstag, 17. Juli 2008
Jugendbewegung und the Cornulla Incident
Where do you weigh a whale?
At the Whaleweightstation!
Montag, 14. Juli 2008
Zieht euch blau an!
Um dazu ein schönes Zitat zu bemühen: "Zeitgeist my ass!"
Ich bin kürzlich durch die Oxford Street gepilgert, welche Bondi mit Dalinghurst verbindet. Verallgemeinernd geht man also von den Surfies über Räucherstäbchenschnüffler zu Blackjack and Hookers. Oxford Street kann man sich ein klein wenig wie den 7ten Bezirk vorstellen, nur sieht man mehr Leute mit wahlweise Nadeln im Arm oder Klebstoffflasche im Gesicht.
Hier habe ich ein grandioses Geschäft gefunden, das "Uber Bikram Yoga" anbietet. Bikram Yoga ist "normales" Ashtanga-Yoga in einem Raum, der auf ca 40 Grad geheizt wird. Ich habe das schon mal in Wien ausprobiert und dachte mir, das hilft sicher gegen meine beginnenden Rückenschmerzen, die vom "zu oft beim Lineout auf selbigen landen" herrühren dürften. Was genau das "Uber" bedeutet, wurde mir sodann erklärt:
"We thought that, if Yoga at 40 degrees is good, than we heat the room up to 50 degrees to increase the results."
Gut, also Yoga bei 50 Grad....
Meine naive Frage, ob sie nicht Angst haben, dass ein Konkurrent Yoga bei, sagen wir einmal, 60 Grad anbietet und sie so ausbootet, wurde mit schierem Unglauben quittiert.
"Yoga at 60 degrees, are you mad, mate? Noone would do yoga at 60 degrees!"
Stimmt, wie komme ICH nur auf eine solch ausnehmend dumme Idee....
Aber egal, meinem Rücken geht es besser.
Der zweite, meiner Meinung nach VIEL coolere Trend ist Synästhesie! Das ist die an sich physiologische Verknüpfung von verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung in ein nicht kohärentes System.
Zwei getrennte Bereiche werden also assoziiert: Hören mit Spüren; Schmecken mit Bewegung;... Also zum Beispiel "warmes Gelb" oder "rötlich schmeckender Holundersaft".
Das ist ja noch einleuchtend, aber wenn man das ausgeprägt hat, kann man wie Jimi Hendrix seine Gitarrensoli nicht in Notenfolgen, sondern in Farbsträngen ausdrücken. Klingt zwar toll, aber leider kann man das nicht lernen und nur ungefähr jeder 2000ste Mensch hat diese "Gabe". Frauen sind übrigens im Verhältnis zu Männern 7:1 im Vorteil. Uns bleibt wieder einmal nur die Rot-Grün Farbenblindheit, da kann es noch so viele Volksbegehren geben.
Der Hinweis, dass man das nicht erlernen kann, hindert natürlich findige Geschäftsleute nicht, Abendschulen dafür anzubieten. Die Werbung dafür ist etwa ein Text in Farbenfolgen, die einen LSD-Trip des Mitarbeiters der Werbeagentur vermuten lassen, und der Beisatz, dass man so jeden Text sehen könnte. Aber: Wer will das?
Als fach- und beitragsübergreifender Gimmick hier also das Vater Unser auf Englisch und bunt:
So sieht das also aus und in ein paar Monaten gibt es in der Passage sicher ein paar Damen, die auf ihrem Top Sachen stehen haben, wie: "I can see coloured letters!" Ein brrrrrrrr vom ganzen Herzen!
Meine Kollegin Äva (eine vorarlbergerisch redende Chinesin - leicht irritierend zu Beginn) riecht so nebenbei gerne an der Druckertinte. Ob es dafür einen Ausdruck, außer vielleicht "weird", gibt, habe ich noch nicht herausgefunden.
Sonntag, 13. Juli 2008
Only Crab Juice and Klav Kalash
Ich war nach dem grandiosen Erfolg der Sydney University über einen Gegner, der es nicht verdient hat, namentlich genannt zu werden, auf einer Party eingeladen. Wie nett, dachte ich mir. Als Ort wurde mir ein Pub names "Liobnbruu" genannt, welches in den Rocks liegt. Die Rocks sind das älteste Viertel Sydneys, also ca 200 Jahre alt, und entbehren nicht eines gewissen Charms. Der geneigte Leser/Die geneigte Leserin hat sicher bereits erraten, um welches Lokal es sich handelt:
Ich musste also in ein, unter Garantie auf einem Aborigines-Friedhof erbautes, Etablissement, in dem erwachsene und, das möchte ich extra betonen, wahlberechtigte Menschen sich so verhalten, wie sie glauben, dass Deutsche sind. (Zum Thema Wahl noch ein fact: In Australien herrscht Wahlpflicht.)
Zuerst einmal: KEINER sollte sich wie ein Deutscher verhalten wollen. Das passiert höchstens ab und zu, wenn das Bier halt stärker war.
Zweitens: Das, was ich dort sehen musste, wäre nicht einmal am Oktoberfest erlaubt.
Drittens: Welcher subalterne Arsch glaubt denn wirklich, dass ein Yodel-Contest (brrrrrrr) eine lustige Idee ist.
Wenigstens gab es Stiegl und ich machte es zu meiner Mission, alle verlorenen Seelen dazu zu bringen, wenigstens einmal ein gutes Bier zu trinken.
Doch back to my yodel-roots. (Ich nehme ja die Taz-Kritik sehr zu Herzen.)
Nachdem ich es nicht geschafft habe zu erklären, dass Österreich und Deutschland nicht ident sind und, ja, man auch bei uns jodelt, wurde ich auf die Bühne verschleppt und in Bierdunstgegröle dazu aufgefordert, doch ein Ständchen zu geben.
Meine angeborene Schüchternheit ließ mich sofort erröten und ein besonders lustiger Herr schreit doch allen Ernstes etwas wie (frei übersetzt): mach schon, ihr Deutschen und Österreicher gehört doch eh zusammen. Das war dann doch ein wenig starker Kanaster, den es zu schmauchen galt.
In meiner mir eigenen freundlichen, wenn auch direkten und bestimmten Art habe ich dem Herrn dann mitgeteilt, dass ich den Teufel tun werde und hier anfangen werde zu jodeln, wenn es nicht gewürdigt wird, dass es kulturelle Unterschiede zwischen den Ländern gibt, ich aber gerne bereit sei "God saves the queen" oder "Oh Britannia" anzustimmen, damit die Australier wissen, wer eigentlich ihr Lehensherr sei. Mein gut gemeintes Offert wurde abgelehnt.
-CUT-
Zwei Minuten später befand sich mein Rugbyteam in leicht geknickter Laune auf der Straße. Zum Glück passiert dergleichen öfters, deshalb gibt es einen traditionellen Notfallplan:
Derjenige, der Schuld am Rauswurf trägt, muss solange für Bier sorgen, bis ein neues Pub gefunden wird. Das klingt in einer Stadt, in der jedes zweite Haus ein Pub ist, zwar leicht, aber versetzen wir uns in die Lage der Türsteher: Wenn ein Rugbyteam noch vor Mitternacht, aber bereits sichtlich alkoholisiert, auf der Suche nach einer Bar ist, bedeutet dies, dass es von woanders bereits entfernt wurde. Er muss also kalkulieren, ob die Herrschaften noch soweit nüchtern sind, dass ein etwaig auftretender Schaden mit den Einkünften von noch zu konsumierenden Bier zumindest abgedeckt wird. Dank der Profitgier durften wir in die Brooklyn-Bar. Ein Hoch auf den Kapitalismus!
-CUT-
In der besagten Bar gab es einen wichtigen Unterschied. Keiner hat versucht zu jodeln. Ich fühlte mich also wieder wohl und wollte ein Stärkungsgetränk an der Bar ordern, wo ich folgende, vollkommen sinnlose Bestellung mitanhören musste:
Barkeeper: What´s it gonna be, gorgeous?
Dame: A diet coke and doubled vodka!
Wer tut soetwas? Wenn ich abnehmen will, spare ich doch nicht am Cola!
An folgender Beobachtung lasse ich euch noch teilhaben:
Damen in Bars sind meist sehr skimpy. (Ein kapitales Wort!)
Doch auch hier gibt es Verschiedenheiten zu Europa. Während bei uns eine Dame auf Lepschi es absolut untragbar fände, wenn man unter ihren Rock linst, gehört dies in Sydney zu guten Ton. Es dürfte als Synonym für: "Du siehst heute aber hüsch aus." verwendet werden. Um es geneigten Herren auf der Balz zu erleichtern, trägt Frau von Welt manchmal einfach keinen Rock mehr. Das kann schon mal irritieren. Dafür gilt es als unschick, das Décolté zu präsentieren und als sexual harressement, wenn man in Ausschnitte blickt. (Ich habe eine genaue Instruktion von Ron und Sammi bekommen, wie ich mich zu verhalten habe.) Das Ergebnis ist also ein in Strumpfhosen bekleidetes Mädchen, das dafür einen hochgeschlossenen Pulli trägt. (Ich schreibe absichtlich "Mädchen", Personen in meinem Alter sind normalerweise bereits verheiratet, vielleicht auch schon geschieden.) In solchen Situationen hört man ein leichtes: "So würde ich meine Tochter nicht aus dem Haus gehen lassen!", doch ist es am Ende des Abends doch bemerkbar, dass über einer Zufallshäufung hinaus solche Damen alleine in der Ecke saßen. Für mich war das nicht unverständlich, weil ein solches Outfit ungefähr so spannend ist, wie für einen Tafelklässler eine durchsichtige Schultüte.Vielleicht war auch das Diet-Coke schuld.
Sonst war ich noch in Bondi-Beach! Ist gar nicht so toll. Dafür war das Aroma-Festival in den Rocks ganz grandios, mit kostenlosen Probierbechern für Kaffee, Tee, heisse Schokolade,... hmmmm!
Mein heutiges Geburtstags:"AARRRGH" geht an: Pollo und Pipi!
Hurra! Hurra! Hurra!
Donnerstag, 3. Juli 2008
Nachtrag World Youth Day
Ratzinger vs Rudd
